Cyberpunk 2077 Thermal Katana| MAGRATHEA PROJECT |

Cyberpunk 2077 Thermal Katana

Zeit zum Zocken bleibt in einem Leben mit viel Arbeit, einem Azubi im 5. von mindestens 18 Ausbildungsjahren und dem Wunsch nach gelegentlicher "Quality Time" im 2er Führungsgremium des Magrathea Projects ja eher nicht im Überfluss. Trotzdem oder gerade deswegen lag pünktlich nach Erscheinen an Weihnachten '21 Cyberpunk 2077 unter dem MP-Weihnachtsbaum! Mein 1. Spiel seit Risen, welches 2009 erschienen ist.. Erwachsensein hat auch so seine Schattenseiten! Aber das Spiel war grandios und hat mächtig gerockt. So kam man natürlich auch auf den Gedanken, mal zu schauen, was sich diesbezüglich vielleicht projekttechnisch umsetzen lassen könnte. Interessant fand ich eigentlich Skippy, aber nachdem ich nach etwas Recherche Hi-Res Pics gefunden hatte, wurde klar, dass eine detailgetreue Umsetzung doch eher ein umfangreiches Projekt werden würde. Und eigentlich waren wir ausgelastet, es sollte nur eine Kleinigkeit sein, die so mitläuft. So stießen wir dann auf die Thermal Katana, welche durchaus auch eine spannende Waffe ist, die sich aber ganz gut umsetzen lassen sollte.

Thermal Katana

Nachdem ich mir diverse in Frage kommende 3d Files angeschaut hatte fiel die Wahl auf jenes von DESIGNS45 auf

cults3d

Die Beschreibung klang recht vielversprechend, die Kommentare ebenfalls und die Skizzen wirkten durchdacht. Allerdings muss ich ganz klar sagen, dass andere Konkurenten ebenfalls attraktives anzubieten hatten und man vermutlich auch eine andere Wahl hätte treffen können. Hier die Skizzen der Katana bzw des Griffes:

Skizze der Thermal Katana

Skizze des Griffes

Wir warfen zunächst den Anycubic an. Die Files des Griffes und der Klingenbasis ließen sich problemlos in PLA drucken.

In PLA gedruckte Einzelteile

Die Teile für die eigentliche Klinge müssen allerdings translucent gedruckt werden, entweder in rot oder aber in durchsichtig, in diesem Falle wären rote LEDs zu verwenden. Dieses war der perfekte Test für unseren neuen SLA-Drucker, den Elegoo Saturn.

Die gedruckten Teile aus PLA wurden nun zusammengeklebt. Als Klebstoff kam UHU Hart Kunststoff zum Einsatz. Innen ist eine Aussparung für eine "Seele", die das Ganze stabilisiert. Hier läßt sich problemlos eine im Baumarkt erhältliche Aluminiumstange mit 4 mm Durchmesser hineinstecken. So sind alle Teile bündig und die Klinge ist ausreichend belastbar, außerdem erhöht sich das Gesamtgewicht, was das Gesamtkontrukt etwas realistischer erscheinen läßt.

Klinge geklebt mit einligender Seele
Griff geklebt

Nun spachtelten wir das Ganze mit Presto 2K Polyesterspachtel, es folgte eine ausführliche Phase des Schleifens. Vermutlich wäre hierfür ein Bandschleifgerät hervorragend gewesen, aber es ging auch mit Exzenter- bzw Winkelscheifer problemlos. Hier ein Bild einiger gespachtelter, aber noch ungeschliffener Griffteile:

Griffteile gespachtelt

Die Flächen wurden mit dem Winkelschleifer plan geschliffen, in die Rundungen hinein ging es mit dem Dremel für's Grobe, später wurde dann händisch mit Scheifwolle gearbeitet. Insgesamt waren teils 3 Durchgänge notwendig, bis das Bild zufriedenstellend war. Kleine Spuren durften auch gerne bleiben, eine Art von "klinischer Perfektion" war weder angestrebt noch wäre sie leicht zu erreichen gewesen. Am Ende sollte ja ein "Used-look" dabei heraus kommen.

Für diese Arbeitsgänge raten wir dringend zur Verwendung eines guten Atemschutzes! Wir verwenden von 3M die 6200 mit A2 Filter beim Anmischen des Spachtels. Der A2 filtert organische Dämpfe weg. Zum Schleifen genügt eine ganz normale FFP2 Maske. Wir haben diese Arbeiten immer nur im Freien durchgeführt, denn die Dämpfe bzw Stäube bekommt man tagelang nicht aus der Wohnung.

Als Anfänger auf dem Gebiet des Druckens bezahlt man Lehrgeld... Die „Zähne“ auf der Abdeckplatte brachen glaube ich 2 mal weg, bis ich auf die Idee kam, doch einfach die Ausrichtung der Schichten zu ändern. Problem gelöst.

abgebrochener Zahn

Nun wurden die Einzelteile zusammengeklebt und danach die Klebestellen nochmalig mit Spachtel überarbeitet und geschliffen. Unten im Bild sieht man die Klinge mit Seele.

Der geklebte Griff

In das Loch im Griff kam von jeder Seite eine Schraube und daran befestigte ich einen Draht mit einem Haken, daran konnte die Katana dann zum Lackieren frei aufgehängt werden.

Aufhängung zum Lackieren

Und los ging es mit 1K Kunststoffprimer, auf den in der Folge 4 Schichten Schwarz aufgebracht wurden. Das Ergebnis würde einen Lackierer vermutlich zum Weinen bringen, aber zum Glück bin ich ja keiner und musste deshalb auch nicht Weinen. Wobei: Eigentlich schade, dass ich kein Lackierer bin, denn dann wäre das Ergebnis sicher besser und die Freude ganz sicher noch viel größer. ;-)

Katana schwarz lackiert

Jetzt ging es weiter mit den Detail-Platten am Griff. Hierfür hatten wir eine interessante Idee. Wir waren auf den Wassertransferdruck gestoßen und wollten diesen gerne ausprobieren. Bei MST Design kann man sowohl die dazu benötigten Materialien bekommen, als auch sich das Ganze in einem Video anschauen. Die Detail-Plates wurden analog schwarz lackiert. Das ist insofern wichtig, als wir uns für eine Carbonoptik entschieden hatten und die dazugehörige Folie zwischen den silbrigen Elementen durchsichtig ist. Von hinten wurde eine kleine Schraube in die Platten gedreht, um die Platten selbst nicht an den Kanten anfassen zu müssen.

Detail Plate schwarz lackiert

Die Folie wurde zugeschnitten, und zur Stabilisierung außen mit einem Rahmen aus Kreppband beklebt. Wichtig ist, die Folie mit der richtigen Seite nach unten ins Wasser zu legen. Dies ist aber wirklich nicht schwer, wenn man sich die Finger leicht befeuchtet und die Folie von beiden Seiten anfasst, ist die korrekte Seite leicht klebrig. Der Unterschied ist sehr deutlich tastbar. Es fand sich eine alte Fotoschale, das Wasser muss 30°C plusminus 2 Grad haben. Um das zu verifizieren nutze ich das Steakthermometer. Sehr praktisch!

Wasserbad 32°C

Dann kommt die Folie vorsichtig aufs Wasser. Einmal kam eine Luftblase darunter, was prinzipiell ziemlich suboptimal ist, zum Glück aber in dem Fall am Rand irrelevant war. Optimalerweise "rollt" man die Folie wohl von einer Seite vorsichtig aufs Wasser ab. Das fällt natürlich schwerer, je größer die Folie ist. Bei den kleinen Platten ging es völlig problemlos. Ein bisschen Übung schadet vermutlich nicht, aber ein Hexenwerk ist es bis dahin auch nicht. Die Folie wird sodann nach 90 sekündiger Wartezeit mit dem Aktivator besprüht, bis sie glänzt. Das ist gut zu erkennen. Dann wird das Werkstück in einem flachen Winkel eingetaucht, leicht gedreht und wieder zur Oberfläche geführt. Hier kommt ein Foto, aber anschaulicher ist sicher der Film auf der MST-Webseite.

Taucht das Teil auch was?

Nachdem das Werkstück so durch den Film gezogen wurde, darf es kurz verschnaufen, danach wird es unter fließendem Wasser vorsichtig von den Resten des Filmes befreit und darf trocken. Schlussendlich folgt noch eine Schutzschicht aus Klarlack.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der ganze Vorgang gut beschrieben war, einwandfrei und problemlos funktionierte und das Ergebnis für uns völlig zufriedenstellend war.

Detail Plates in Carbonoptik

Die Klinge wird aus rotem transluzentem Material gedruckt. Im Modell ist sie in 5 Teile geschnitten, die plan aneinanderstoßen. Dabei hat man natürlich nur eine sehr kleine Klebefläche und da es kein wirklich stabilisierendes Momentum gibt, ist das Ganze doch sehr instabil. Deshalb suchte ich nach anderen Lösungen. Die 5 Teile wurden wieder zu einer Klinge zusammengefügt und dann mit Meshmixer in insgesamt 4 neue Teile geteilt, wobei an den Verbindungsstellen eine Überlappung mit Nut und Feder geschaffen wurde.

Meshmixer: Blade mit Nut und Feder

Die Klinge wurde mit PLA gedruckt. Die Teile passten sehr gut ineinander. Natürlich sind die Übergänge zu sehen, aber das wäre in jedem Fall so gewesen. Die Klinge an sich bot nun jedoch eine gewisse Stabilität.

Detailansicht der Klinge

Der nächste Schritt war die Elektronik. In der Innenseite der Klinge befindet sich eine Rinne für den LED-Streifen. Sie ist 6 mm breit, was die Auswahl an verfügbaren Produkten erheblich einschränkt. Wir entschieden uns für einen OPTONICA LED-Strip, 12V, 7,2W/m, 6mm, 4000K. Dieser ist mit einer Standard-12Volt-Batterie betreibbar. Der LED-Stripe, der Batteriehalter sowie der Mini-Schalter wurden dann in dem vorgesehenen Raum im Griff zusammengeführt.

Meshmixer: Blade mit Nut und Feder

Jetzt kam das Löteisen zum Einsatz. Die 3. Hand inklusive Lupe war sehr hilfreich dabei. Schrumpfschläuche drüber (vorher drauffädeln nicht vergessen!!) und fertig ist der Bumms!

Löten der Schaltung

Passt alles rein, hat Luft, wackelt nicht!

Der Maschinenraum

Deckel drauf! Sieht doch gut aus!

Mit Detail Plate verschlossen

Ein Testbild der Klinge

Die Klinge leuchtet!

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