Shabby chic Struckturputz
In unserem Badezimmer wollten wir eine Wand etwas abheben und haben uns dazu entschieden, statt klassischer Fliesen oder einfachem farbigen Putz hier selbst einen Struckturputz aufzubringen. Dieser sollte mehrere Ebenen haben und insgesamt gebrochen und teils "kaputt" aussehen, so als ob man an einen verlassenen Ort kommt, wo der Putz von der Wand bröckelt und darunter noch ältere Schichten frei gelegt werden.
Die Wand ist eine Trockenbauwand aus Rigips. Nach einem Anstrich mit Tiefengrund begannen wir mit einem Auftrag mit Feinputz mittels Kelle. Der Putz war ... Die Oberfläche wurde bei der verwendeten Technik natürlich nicht plan, sondern relativ unregelmäßig.


Danach trugen wir mit dem selben Putz die Struckturschicht auf. Es gibt tolle Schablonen hierzu, wir benutzten von Jaeger die Katalania. Die Schablone ist 53 x 79 cm groß. Man drückt sie an die Wand, bzw befestigt sie mit Kreppband und putzt dann einfach darüber.





Die nächste Putzschicht sollte sich bewusst abheben. Wir benutzten zunächst denselben Putz und brachten ihn nur stellenweise "fleckig" auf, es sollte eine zerstörte, aufgerissene, abgebröckelte Schicht darstellen. Der Putz wurde nun oberflächlich glatt geschliffen


und schliffen ihn dann nach Trocknung an, so dass eine inhomogene Oberfläche entstand, in der es sowohl relativ glatte Stellen gab, als auch andere, in denen die Körnung deutlich zutage trat. Es folgte eine erneute Versiegelung mit Tiefengrund.

Hier einmal ein Eindruck der Wand insgesamt:

Für die Oberfläche hatten wir uns für das System Verderame von Novacolor in Kupferoptik entschieden.
Zunächst brachten wir auf beiden Putzschichten noch einige Farbtupfer auf, welche als Überbleibsel von tieferen Farbschichten fungieren sollten. Hierzu nahmen wir ein dunkles Blau auf der 1. und ein dunkles Braun auf der 2. Ebene. Die Farben wurden in Tupfern grob aufgetragen.

Nun folgte der Auftrag der Kupferfarbe in 2 Schichten. Dieses war aufgrund der Oberfläche ein durchaus langwieriger Prozess. Wir benutzten eine Rolle, mussten aber viele Stellen noch nacharbeiten.

Nun musste das Kupfer noch partiell oxidieren, wofür ein Aktivator eingesetzt wird. Letzten Endes ist das eine Säure, die den Oxidationsprozess anstößt, theoretisch könnte man hier auch beliebige Salzsäure aus dem Baumarkt nehmen. Wir betonten die untere Strucktur, nahmen dafür noch einmal die Schablone zu Hilfe und trugen mit einem Schwamm den Aktivator großflächig auf die Ornamente auf.

Nach einem Durchgang waren wir aber noch nicht 100%ig zufrieden und haben hier und dort noch nachgearbeitet, alleine um auch die Oxidation in mehreren Schichten erscheinen zu lassen. Im 2. Durchgang arbeiteten wir freihändig mit dem Pinsel sowie mit Wattestäbchen.

Um im Endeffekt möglichst inhomogene Effekte zu erzielen, wurden für die 3. Schicht alle möglichen Dinge und Techniken ausprobiert, neben den erweits erwähnten Pinseln und Schwämmen - hier nahmen wir einen normalen Haushaltsschwamm und rissen kleine Bröckchen heraus - auch zerknüllte Alufolie. Es wurden wischende, kratzende und spritzende Bewegungen ausgeführt.

Zum Abschluss wurden nun 2 Schichten klarer Versiegelung aufgetragen um den Oxydationsprozess zu stoppen, das Ergebnis einzufrieren und das spröde Metall vor dem Abbröckeln zu schützen. Danach war die Wand fertig, nun konnten die Steckdosen montiert werden und endlich auch das Waschbecken installiert werden.
Hier kommen jetzt zum Abschluss noch einmal ein paar Bilder der fertigen Wand:

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